Richter prüfen Richtlinien der Schulbezirke zu den Rechten trans Schüler*innen in New Jersey

In New Jersey prüfen drei Berufungsrichter derzeit Argumente in einem Verfahren, das einen wichtigen Präzedenzfall für Schulen schaffen könnte. Streitpunkt ist, ob Schulbezirke das Personal verpflichten dürfen, Eltern zu informieren, wenn sich ein Schüler oder eine Schülerin als trans identifiziert, oder ob solche Vorgaben gegen das Antidiskriminierungsgesetz des Bundesstaates verstoßen.

Das Büro des Generalstaatsanwalts hat Hanover Township sowie drei Bezirke im County Monmouth verklagt und argumentiert, ihre Richtlinien könnten Schüler*innen zwangsouten, bevor sie bereit sind, mit ihren Familien zu sprechen.

Landesweite Richtlinie im Fokus

Im Mittelpunkt steht Policy 5756, die 2017 in ganz New Jersey eingeführt wurde und die Privatsphäre von LGBTQ+-Schüler*innen schützt. Sie erlaubt den Jugendlichen selbst zu entscheiden, wann sie ihre Eltern über ihre Geschlechtsidentität informieren. Der Staat hält diesen Schutz für notwendig, um Schaden abzuwenden, während Vertreter*innen der Bezirke sagen, er hindere Eltern daran, wichtige Informationen über ihre Kinder zu erfahren.

Position von Hanover Township

Hanover Township hat kürzlich eine Regel verabschiedet, nach der das Personal die Eltern über jedes Verhalten informieren muss, das die Gesundheit oder das „sozial-emotionale Wohlbefinden“ eines Schülers oder einer Schülerin beeinträchtigen könnte. Der Generalstaatsanwalt warnt, die Formulierung sei so weit gefasst, dass auch wenig geschultes Personal, etwa Kantinenkräfte, heikle Angelegenheiten melden könne.

Die Gemeindevertreter*innen entgegnen, die Eltern würden erst informiert, nachdem die Schule geprüft habe, ob das Kind zu Hause Gefahr laufen könnte. Man glaubt, die Regel wahre die Rechte der Familien und berücksichtige dennoch die Sicherheit der Schüler*innen.

Änderungen in den Schulen von Monmouth County

Auch drei Bezirke in Monmouth County haben Policy 5756 geändert und damit Kritik des Staates auf sich gezogen. Offizielle Stellen argumentieren, die Änderungen könnten trans Schüler*innen ungerecht treffen, während Unterstützer*innen der Bezirke sagen, Familien hätten ein Recht auf Information. Die Debatte erinnert an Diskussionen in Europa, wo Fragen zu Privatsphäre und Elternrechten in Schulen häufig großes öffentliches Interesse auslösen.

Ungewisse Zukunft für Bezirksregeln

Die Richter entscheiden nun, ob sie einstweilige Verfügungen aufheben, die die Bezirksrichtlinien derzeit blockieren. Ihr Urteil wird bestimmen, wie Schulen solche Fälle künftig handhaben. Rechtsexpert*innen erwarten, dass das Thema schließlich vor dem Obersten Gerichtshof von New Jersey landen könnte, wo erneut abgewogen wird, wie sich der Schutz junger Menschen mit der Autorität der Eltern vereinbaren lässt.